Obst- und Gartenbauverein Arnstorf e.V. Impressum/Datenschutz Impressum/Datenschutz Impressum/Datenschutz Kontakt Kontakt Kontakt A k t u e l l e    M e l d u n g e n Intern Intern Intern
Mitgliedskarte: Die an alle Mitglieder ausgereichten Mitgliedskarten sind mehrere Jahre gültig, die letzte ausgereichte Mitgliedskarte bis zum Jahr 2021. In einigen Geschäften, in denen Gartenartikel erhältlich sind, erhalten Sie bei Vorzeigen der Mitgliedskarte Prozente. Hierbei gibt es immer wieder Probleme. Wir bitten Sie daher, um solche zu vermeiden, auf der Mitgliedskarte über dem Vereinsnamen Ihren Vor- und Zunamen zu ergänzen und auf der Rückseite die Mitgliedskarte zu unterschreiben.
Jahresausflug Der Jahresausflug am 15.08. führt zum Chiemsee. Für nähere Informationen öffnen Sie bitte das nachstehende PDF-Dokument.
Kompostherstellung mit Terra Preta-Technik Der Obst- und Gartenbauverein Arnstorf e.V. führte im Obstlehrgarten in Arnstorf in der John-F.Kennedy-Straße einem Kurs zur Kompostherstellung mit Terra Preta-Technik durch. Viele Interessenten fanden sich zu diesem Kurs ein. Der Referent Edmund Schäffler aus Lampersdorf erklärte, dass diese Kompostherstellung aus der Pflanzenkohleherstellung, der Fermentierung (ohne Sauerstoffzufuhr) und anschließender Pflanzenkohlekompostierung (mit Sauerstoffzufuhr) besteht. Zur Gewinnung von Pflanzenkohle werden Holzhackschnitzel und zerkleinerte Holzabfälle aus Wald- und Heckenschnitt aber auch Obstbaumschnitt bei einer Temperatur von 350-900 Grad Celsius pyrolysiert, d.h. unter Luftabschluss verkohlt. (Bild 1: Hier ist die Verkohlung in einem vom 1. Vorstand Xaver Pongratz konstruierten Behälter zu sehen, der auch den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung steht. 2ter v.l.: Xaver Pongratz, rechts hinter dem Abbrandbehälter: Edmund Schäffler). Aufgrund der hohen Porosität vermag die Pflanzenkohle bis zur fünffachen Menge ihres Eigengewichtes an Wasser und den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen. Als Ausgangsmaterial für die Fermentierung dienen Garten- und Küchenabfälle, holziges Material und tierische Fäkalien. Je kleiner das Material geschnitten ist, umso schneller wird es umgesetzt.  Sinnvoll ist auch das Impfen mit ausgesiebten Resten von reifen Vorkompost, weil sich hierin noch viele Kleinstorganismen befinden, welche die Abbaudynamik beschleunigen. Das Ausgangsmaterial wird mit den tierischen Fäkalien und der hergestellten Pflanzenkohle gegebenenfalls noch unter Zugabe von Gesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen oder Milchsäurebakterien gut gemischt. (Bild 2: Xaver Pongratz vermischt das Ausgangsmaterial und Edmund Schäffler  gibt die erforderliche Wassermenge hinzu. Dieses Gemisch wird unter Luftabschluss milchsauer fermentiert, ähnlich wie es von der Sauerkraut- oder Silageherstellung bekannt ist. Dadurch wird das organische Material hygienisiert und zeitweise konserviert. Die Fermentierung erfolgt in luftdicht verschließbaren Behältern, hierfür eigenen sich auch defekte Regentonnen, die unten Löcher haben, damit der entstehende Fermentationssaft abgeführt werden kann. Das Startmaterial ist ausreichend fermentiert, wenn es süßsauer vergoren riecht. Nach Beendigung der Fermentation muss die Mischung leicht pilzig nach Walderde riechen. Riecht es hingegen unangenehm und faulig, ist der Prozess misslungen. Mit dem so gewonnen Startmaterial erfolgt die abschließende Kompostierung mit Bodenverbindung. Dieser Reifeprozess sollte in der Vegetationsperiode mindestens 2 Monate betragen. Es können dann noch fortlaufend Küchenabfälle oder anderes, leicht zersetz bares Material zugegeben werden. Ein großer Teil der organischen Stoffe wird im Verlauf dieser Phase im Boden biologisch ein- und umgebaut (Humifizierung). Gleichzeitig werden in den Poren der Pflanzenkohle Nährstoffe gespeichert und damit ihre Auswaschung verhindert. Nun kann der Pflanzenkohle-Kompost als Dünger eingesetzt werden. Entnimmt man den fertigen Kompost, sollte er zunächst gesiebt werden. Grobes bzw. noch nicht verrottetes Material wird wieder in den Kompost zurückgegeben. Das gereifte Material kann mit bis zu 5 Kg je qm ausgebracht werden. Das ist deutlich mehr als beim normalen reifen Kompost, wo maximal 2 gehäufte Schaufeln je qm empfohlen werden. Nach dem Ausbringen des Pflanzenkohle-Kompost müssen unsere heimlichen Helfer im Garten regelmäßig gefüttert werden. Dies erfolgt durch regelmäßiges Mulchen mit Rasenschnitt oder anderem zerkleinerten organischem Material, der Boden sollte ständig bedeckt sein. Die permanente Bodenbedeckung mit organischem Material schützt den Boden vor Austrocknung durch die Sonneneinstrahlung. Somit wird die Wasserverdunstung von der Bodenoberfläche effektiv verringert. Langfristig gesehen können wir neben der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, insbesondere von armen Sandböden, durch den Einsatz von Pflanzenkohle-Kompost den Boden gleichzeitig als stabilen Kohlenstoffspeicher nutzen, da die Pflanzenkohle sich grundsätzlich durch eine sehr hohe Abbauresistenz auszeichnet. Unterstützend wirkt dabei kontinuierliches Mulchen des Gartenbodens mit organischem Material, bei dem Stoffe wieder zugeführt werden, die ihm durch das Pflanzenwachstum entzogen werden. Viel theoretisches und praktisches Wissen konnten die Teilnehmer, unter denen auch Landwirte waren, bei diesem Kurs von Edmund Schäffler mit Unterstützung von Xaver Pongratz mitnehmen. Mit einer kleinen Brotzeit und Getränken wurden die Teilnehmer für die Ausdauer belohnt.